Sonntag, 22.07.2018 09:10 Uhr

Die Krone für

Verantwortlicher Autor: Juergen Rudolf Dikken-Wenzel Bad Kreuznach, 30.04.2018, 07:40 Uhr
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Bad Kreuznach [ENA] Die Bad Kreuznacher "Neustadt" beherbergt in ihrem 'Historischen Ortskern' ein Gasthaus, das sich namentlich und im Wirtshausschild bildlich mit einer Krone schmückt. Der Name ist weit verbreitet und verspricht eine gewisse Behäbigkeit in der man königlich speisen kann. Wo der Gast sich als König fühlen darf. Wo Tradition gepflegt wird. Das ist schliesslich auch ein Versprechen. Wird es eingehalten? Wir erkunden...

Gar nicht einmal weit von Bad Kreuznach entfernt befindet sich in Assmannshausen am Rhein ein 'Gasthaus Krone', das einem sehr hohen Anspruch gerecht wird. Denn dort speiste der Deutsche Kaiser Wilhelm I. ebenso wie Elisabeth von Österreich, die Kaiserin der Donau-Monarchie Österreich/Ungarn. Sie wurde "Sisi" gerufen und ist heutzutage Garant für Seherzahlen im vorweihnachtlichen Festprogramm diverser Fernsehsender. Lediglich die Schreibweise ihres Namens wurde in "Sissi" geändert und auch den übrigen Geschichtchen und Histörchen mangelt es etwas am Wahrheitsgehalt. Doch das dient der Unterhaltung ebenso wie die wunderschönen Bilder, die uns diese Filme noch bescheren. Also, lassen wir gelten: Unterhaltung in der "Krone" ist hier gefragt.

Unterhaltung. Sie wird gesucht von Gaststätten-Besuchern. Man will einmal 'andere Leute sehen', sich ablenken von einem heftigen Arbeitstag und da hofft man auf reichlich Gäste im Lokal. Das garantiert gleichzeitig eine reiche Abwechslung. Es gibt auch in der hier erwähnten "Krone" in Bad Kreuznach diese Möglichkeit - doch leider manchmal ohne das Bindeglied, die Thekenkraft. Das Verweilen auf Hockern längs der Theke ist wenig amüsant, wenn der Servicebereich verwaist ist. Damit ist nicht nur der reibungslose Ablauf der Getränke-Herrichtung erreicht sondern auch die Einbindung der Theken-Gäste ans Lokal. Sie möchten nicht alleine dort sitzen um Bierdeckel zu zählen. Wir lassen also dieses Thema und wenden uns der schönen Krone zu. Draussen.

Das schöne Gaststätten-Schild der "Krone"

Riesig, offensichtlich von fachkundiger Hand geschmiedet. Ja, in dieser Region gibt es noch richtige Hufschmiede, echte Künstler, die sowas noch zustande bringen. Die Krone ist der Mittelpunkt, reich verziert das Ganze und sogar mit Goldbronze nicht gespart. Oder ist es gar echtes Blattgold? Also, dieses Schild ist sehenswert und es verspricht die gleiche Tradition eines gepflegt-behäbigen Gasthauses. Es verspricht: Kommt herein, königlich Speisen ist hier angesagt. Und gleichzeitig rühmen kleinere Schilder am Eingangsbereich die gut-bürgerliche deutsche Küche. Gekrönte Häupter sind also nicht wirklich gefragt.

Was heisst gut-bürgerlich?

Dem Kunden will man vorab eine Information geben. Damit er weiss, welcher Art die 'Küche' ist. Gut-bürgerlich darf man gelten lassen. So nach dem Motto: Da weiss man, was man hat. Obwohl man ja erst einmal noch gar nichts hat. Die Erzeugnisse aus der Krone-Küche sind solide, hausgemacht, kein Schnickschnack und ehrliche Portionen. Wer aufmerksam die Gäste-Beurteilung durchliest, der weiss am Ende, vielfach bestätigt, dass insbesondere die Röstkartoffeln der Renner sind. Daran ändert auch nicht die hausseits gewählte Benennung Bratkartoffeln. Da denkt man nun, es ist eine Zubereitung nach Art von Mama. Schön rundlich und in fortgeschrittenem Alter stellt man sich die gute Seele in der Küche vor. Weit gefehlt, Fatima ist zierlich.

Die Krux

Die Gast-Beurteilungen nehmen viel Raum ein in Bezug auf das Personal. Die Unsitte des schnellen Personal-Wechsels hat auch hier Einzug gehalten. Insofern haben auch freundliche bis zuweilen enthuastische Erwähnungen von fleissigen Blondinen oder Brünettten ebenso wenig Sinn wie die manchmal herbei gewünschten ewigen Verdammnisse. Es wird sich möglicherweise nicht viel daran ändern. Es sei denn, Chef als auch Personal nehmen sich künftig gegenseitig ernst, zum Wohle des Geschäfts und zum Wohle, nicht zuletzt, der Gäste. Die sich freuen, wenn freundliches Personal bleibt, so lange wie irgend möglich. Und Gäste wieder erkennen, denn die mögen das doch sehr.

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