Mittwoch, 21.11.2018 22:07 Uhr

Schicht im Schacht: "Glück auf und Danke Kumpel"

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Bottrop, 04.11.2018, 15:41 Uhr
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Bottrop [ENA] Die Kohle, das schwarze Gold des Ruhrgebiets, wird seit etlichen Generationen aus dem Boden geholt: Doch jetzt ist 'Schicht im Schacht' und ein großes Kapitel Industriegeschichte geht zu Ende. Der Bergbau hat im "Kohlenpott" über viele Jahrzehnte die Landschaft und die Menschen, ihr Zusammenleben und ihre Mentalität geprägt - im Umgang miteinander wurden Kameradschaft und Solidarität stets vorbildlich gepflegt.

Bis zu 600.000 Menschen arbeiteten zu Spitzenzeiten in den Zechen der Ruhr-Metropolen. Im Jahr 1960 holten die Bergleute in damals noch 146 Zechen mehr als 142 Millionen Tonnen Kohle aus der Erde. Bundesweit waren Ende 2014 nur noch rund 12.000 Menschen im Steinkohlebergbau beschäftigt, die meisten davon im Ruhrgebiet. Die Steinkohle wurde überwiegend in Kraftwerken verfeuert, um Strom zu erzeugen. Verrusste Gebiete, Gesundheitsschäden, Geruchsbelästigungen und klimatische Umweltschäden waren die unabdingbare Folge des 'Schwarzen Goldes".

Die 'Lore' wird zur Geschichte (Foto: Sabine Koriath/pixelio.de)
Einblick in die harte Arbeit unter Tage (Foto: Huber/pixelio.de)
"Glück auf"!! (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Die hohen Sicherheitsstandards sowie die Kohle aus mehr als 1.000 Metern Tiefe zu fördern war nicht mehr konkurrenzfähig und die Subventionen von einer Milliarde von Bund und Land pro Jahr laufen Ende Dezember 2018 aus, dass ist das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus. Trotz der langen Vorlaufzeit tut der Abschied bei den noch knapp 5.000 übriggebliebenen Bergleuten weh - die meisten gehen in den Vorruhestand oder haben Arbeit in neuen Jobs gefunden.

Bergbau ist eine Ewigkeitsaufgabe

Mit dem Aus für die letzten Zechen wird die Arbeit unter und über Tage aber noch lange nicht beendet sein: Das Wassermanagement ist für den RAG-Konzern eine Ewigkeitsaufgabe - dazu gehört die Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und die Grundwasserreinigung. Nicht zu vergessen die jährlich zu tausenden auftretenden Bergbau-Schäden an Häusern und Straßen. Außerdem liegt bei der RAG die gesetzlich festgelegte umweltgerechte Folgenutzung ehemaliger Bergbau-Flächen. In den vergangenen Jahren reaktivierte der Zechen-Konzern 131 Hektar Fläche jährlich für eine neue Nutzung.

Die allerletzte Steinkohle wird am 21. Dezember 2018 in Rahmen der Abschlussveranstaltung des deutschen Steinkohlebergbaus an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier übergeben.

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