Samstag, 05.12.2020 12:13 Uhr

Abzocke bei Amazon?

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 02.01.2020, 12:12 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 6060x gelesen
Amazon
Amazon  Bild: Sceenshot: amazon.de

Korschenbroich [ENA] Kommentar: Immer wieder ist das amerikanische Unternehmen Amazon in den Schlagzeilen: schlechte Arbeitsbedingungen, Verschrottung von Retourenware im großen Stil, Versand gebrauchter Ware, die als Neuware verkauft wurde und weitere Vorwürfe muss sich das Unternehmen gefallen lassen.

Was ist dran an den Vorwürfen? Was davon ist berechtigt? Nachfolgend ein Kommentar aus eigener Erfahrung. Seit einigen Jahren bin ich Amazon-Kunde. Eigentlich erst richtig, nachdem ich Prime über meinen Mann nutzen kann. Zumindest dachte ich das. Als dann im Jahr 2018 neue Geräte hinzu kamen, über die wir Prime am Fernsehen nutzen konnten, stellte ich plötzlich fest, dass Amazon mir ohne mein Einverständnis zusätzlich zu den Prime-Gebühren meines Ehemannes den vollen Prime-Betrag vom Konto buchte.

Nachdem ich Amazon anschrieb, die (nie erteilte) Einzugsermächtigung für Prime entzog und ausdrücklich mitteilte, dass ich keinen eigenständigen Prime-Account wünsche, rief man mich an, entschuldigte sich und teilte mir mit, dass ein Fehler unterlaufen sei. Die Gebühren bekam ich erstattet. Eine Weile später konnte ich auf meinen Kontoauszügen sehen, dass mir dennoch monatlich Gebühren für Prime abgezogen wurden. Dies war nur deshalb möglich, da ich Amazon eine Einzugsermächtigung für Käufe gewährte.

Prime habe ich aber nie gekauft und schrieb daher erneut an Amazon. Die nächsten Schreiben wurden allesamt ignoriert. Allerdings bekam ich im Jahr 2018 und 2019 gehäuft benutzte Gebrauchtware zugeschickt, die ich als Neuware erworben habe. Darunter war eine benutzte Schallzahnbürste, ein mit Make-Up und Lippenstift beschmutztes großflächiges Massagegerät für den Rücken und ein gebrauchtes Badesprudelbad. Auch dies wurde von Amazon ignoriert, schliesslich habe ich die Möglichkeit, Ware zurück zu schicken.

Die Vorfälle häuften sich und ich bat Amazon um eine Stellungnahme. Das einzige was zurück kam, war eine Nachfrage, um welche Artikel es sich handelte. Dies hätte Amazon über meinen Kundenaccount auch allein heraus bekommen können. Trotzdem machte ich mir die Mühe, Details erneut zusammen zu tragen und sie an Amazon weiter zu geben. Eine Stellungnahme erfolgte nicht. Bis heute wird weiterhin monatlich der Prime-Betrag eingezogen, obwohl ich dem ausdrücklich widersprochen habe. Scheinbar interessiert es Amazon nicht, ob sie ihre Seite des Vertrages einhalten. Genug Geld verdienen sie auch so und schlechte Schlagzeilen sind immerhin kostenlose Werbung.

Was die Arbeitsbedingungen bei Amazon betrifft, kann ich diesbezüglich nichts beurteilen. Immerhin teilte mir ein externer Zusteller mit, dass die Bedingungen als Sub-Contractor von Amazon besser seien, als die eines festangestellten Mitarbeiters bei DHL. Es gäbe mehr Geld und Freiraum als bei den Paketzustellern direkt. Während der rechnerische Stundenlohn laut Amazons Angabe im Raum München für einen fest angestellten Zusteller bei 12,80 brutto liegt, lässt sich bei Amazon Flex mit eigenem Auto 25 € pro Stunde als Nebenjob dazu verdienen.

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