Dienstag, 19.06.2018 20:17 Uhr

Facebook - dubiose Werbung und persönliche Daten

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 18.10.2017, 11:23 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 5848x gelesen

Korschenbroich [ENA] Über Facebook verbreiten sich immer neue Geschichten, die fragen lassen, wie sicher persönliche Daten sind und nach welchen Kriterien das Fachpersonal ausgesucht und qualifziert wird, das interne Entscheidungen trifft. Datenschutzverstösse, rechtsextremistische Inhalte von Nutzern und live gestreamte Straftaten sind nur ein paar Beispiele. Wie sieht es bei Artikeln aus, die über Facbook entgeldlich beworbenen werden?

Bekannt ist, dass Facebook einen großen Teil seiner Einnahmen durch Werbeanzeigen enthält. Was tut Facebook, um diese Werbeanzeigen zu prüfen? Zuerst einmal wird überprüft, ob die geschaltete Anzeige den eigenen Richtlinien entspricht. Tut sie dies nicht, bekommt der Antragsteller eine Nachricht, dass die Anzeige gegen die Facebook-Richtlinien verstösst. Dem kann er mit einer Begründung widersprechen.

In dem mir vorliegenden Fall sollte ein rechtskonformes Lebensmittel beworben werden. Da es sich um einen Hanfextrakt aus Nutzhanf handelt, wurde darauf hin gewiesen, dass es den gesetzlich zugelassenen Höchstwert von unter 0,2 Prozent THC enthält. Das war vermutlich der Anlass, das Produkt als „illegale Droge“ einzustufen. Hier wird wieder einmal deutlich, wie inkompetent und gegeschäftsschädigend facebookintern gegen eigene Interessen entschieden werden kann. Was sagt eigentlich Facebook selbst dazu?

Der Widerspruch wurde folgendermassen beantwortet: „Deine Werbeanzeige wurde nicht genehmigt, da im Textkörper/Titel der Werbeanzeige der Konsum oder der Verkauf illegaler Drogen hervorgehoben wird. Derartige Werbeanzeigen verstoßen gegen lokale Gesetze, Richtlinien oder Regelungen. Wir dulden in keiner Weise Werbung für derartige Inhalte. Diese Richtlinie gilt auch dann, wenn sich deine Werbeanzeige an die entsprechende Altersgruppe über 18 Jahren richtet. Diese Entscheidung ist endgültig. Wir beantworten keine weiteren Anfragen zu dieser Werbeanzeige.“

Zu gern hätte ich hier eine Stellungnahme von Facebook eingefügt. Da Facebook keine weiteren Anfragen diesbezüglich beantworten möchte, wurde im Zuge einer seitens Facebook angefragten Bewertung über die Abwicklung des Sachverhaltes eine detaillierter Erklärung abgegeben. Darauf gab es keine Reaktion. Es ist das gute Recht von Facebook, auf eine Stellungnahme zu verzichten. Dafür muss sich Facebook im Gegenzug gefallen lassen, dass die Serösität ihrer Arbeitsweise und internen Abläufe zumindest suspekt erscheint.

Interessant ist auch, dass Facebook besagte Werbeanzeige als illegal einstuft, den Artikel, der beworben werden soll, aber bestehen lässt. Würde tatsächlich ein Rechtsverstoss vorliegen, wäre dieser wissentlich in Kauf genommen worden. Dafür braucht Facebook kein Geld für die Verbreitung des Artikels als Werbung anzunehmen. Facebook wäre verpflichtet, diesen Rechtsverstoss über ihre zur Verfügung gestellte Platform zu verhindern. Gerade das tut Facebook aber nicht. Auch wenn in diesem Fall gar kein Rechtsverstoss vor liegt, mag sich manch einer fragen, ob im Umgang mit persönlichen Daten genau so „sorgfältig“ agiert wird.

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