Montag, 22.10.2018 06:08 Uhr

Glosse: Bis dass der Tod uns scheidet

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 11.09.2015, 14:22 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 6336x gelesen
FINANZKASSE
FINANZKASSE  Bild: Bianca Bell-Chambers

Korschenbroich [ENA] Wenn die Krankenkasse trotz eindeutiger Rechtsprechung die Pflicht zur Leistung verweigert, tut sie dies nur aus Rücksichtnahme auf den Patienten. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. So müssen alternative Wege gefunden werden, um dem schwer kranken Patienten das Sterben zu ermöglichen.

Das eigens zu diesem Zweck geschlossene Bündnis zwischen FINANZamt und KrankenKASSE findet in der FINANZKASSE seine Berechtigung. Diese dient dem ausschließlichen Zweck, Steuern selbst dann einzufordern, wenn sie unberechtigt sein sollten. Da der Schwerkranke sich nicht gut wehren kann, scheint er leichte Beute zu sein. Die Aufgabe besteht darin, dem Kranken jedwede Rechte des Sozialstaates abzuerkennen und alles dafür zu tun, ihn schnellstmöglich beiseite zu schaffen. Zuvor müssen sämtliche finanzielle Reserven abgeschöpft werden, damit er keine Möglichkeit hat, lebenserhaltende Therapien auf eigene Kosten zu bezahlten oder gar steuerlich geltend zu machen.

Vorher wird der im Beschluss Nr. 126/2005 des Bundesverfassungsgerichts vom 06.12.2005 – 1 BvR 347/98 festgelegte Anspruch auf alternative Therapiewahl - beispielsweise bei schulmedizinischem Versagen mit lebensbedrohlichen Folgen - von der Krankenkasse lapidar mit dem Hinweis angeblich nicht ausreichender wissenschaftlicher Studien und dem Verweis auf die Möglichkeit der Klage abgelehnt. Bis zum klagefähigen Beschluss dauert es in etwa eineinhalb Jahre. Vom Einreichen der Klage bis zur ersten mündlichen Verhandlung dauert es noch einmal circa vier Jahre. Insgesamt sind das fünfeinhalb Jahre, in denen die passive Sterbehilfe hoffentlich greift.

Um dem Nachdruck zu gewähren, wird der Bürger in dieser Zeit von allen finanziellen Reserven erleichtert. Dazu verweigert das Finanzamt jegliche Anerkennung von vorfinanzierten Therapien mit der Begründung, dass diese nicht verordnet seien. Die Gutachten des Medizinischen Dienstes mit dem Vorschlag alternative Therapien AUF EIGENE KOSTEN durchzuführen - da die weitere schulmedizinische Behandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Exitus führen würde - wird kurzerhand ignoriert. Schließlich stellt die schwere Erkrankung des Bürgers allenfalls eine außergewöhnliche Belastung des Finanzamtes dar.

Auch fünfstellige Eurosummen an Steuerbeträgen, die in einem Monat bezahlt werden, stellen keine Grundlage dar, Kosten für die Erzielung dieser steuerlich abzusetzen. Schließlich ist der Steuerzahler schwer erkrankt. Wer sich diesen „Luxus“ erlaubt, betreibt Liebhaberei. So ist das, genau! Schnell noch nach den hohen Steuerforderungen gegrapscht, wird umgehend daran gearbeitet, jegliche den Steuern zugrunde liegende Kosten abzuerkennen. Wo kämen wir auch da hin? Das Finanzamt ist kein Wohlfahrtsverein. Steuererstattung sind grundsätzlich unberechtigt, wenn der Bürger sie wegen schwerer körperlicher Gebrechen nicht sinnvoll nutzen kann.

In lebensrettende Maßnahmen zu „investieren“, ist aus Sicht des Bündnisses wie Bargeld in der Toilette zu versenken. So etwas tut eine FINANZKASSE und die ihr angeschlossene Organisation nicht, niemals! Wer sich den Luxus einer Erkrankung leisten kann, kann gefälligst auch blechen. Am Ende stellt sich heraus, wer der eigentliche Patient ist. Der Presse ist zu entnehmen: Letzte Nacht verstarb nach langer schwerer Krankheit ein langjähriges Mitglied unserer Gemeinschaft. Ihre Reserven waren aufgebraucht. Die Finanzkasse existiert nicht mehr!

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