Sonntag, 22.07.2018 05:20 Uhr

Private Häusliche Pflege ist kein Privileg der Reichen

Verantwortlicher Autor: U.Rembor Leipzig, 21.12.2017, 11:38 Uhr
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Leipzig [ENA] Wohl kaum eine Frage treibt Menschen ab einem bestimmten Alter so um, wie die Frage ob man sich später selbst, oder für seine Eltern eine private Pflege leisten kann. Um eine häusliche Pflege privat zu bezahlen, muss man nicht das Vermögen eines Michael Schumacher besitzen. Im Gegenteil, die Versorgung in den eigenen vier Wänden oder der gemieteten Wohnung ist in der Regel deutlich billiger

zu bewerkstelligen als die stationäre Pflege in einem Heim. Dabei kommt die private häusliche Pflege den Wünschen der meisten Senioren entgegen, sichert sie doch sehr viel besser eine hohe Pflegequalität, Selbstbestimmung und Privatsphäre auch in einer späten Lebensphase, wenn körperliche und geistige Einschränkungen immer mehr zur Belastung werden. In einem Heim mag die Pflege Qualität höher sein, aber die Lebensqualität wird auch in einem noch so teuren und guten Heim immer reduziert sein:

Die Reduktion von einer eigenen Wohnung / einem eigenen Haus auf 1 oder 2 Zimmer, der zwangläufige Verzicht auf viele persönliche Möbel und Dinge, die Abhängigkeit von Essenszeiten und die Auswahl der Speisen durch das Heim, die zwangsläufige Nähe mit Anderen ohne ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und die permanente Umgebung mit Krankheit und Tot sind nicht nur unschön sondern seelisch belastend und können zu Depressionen führen. Ein Platz im Pflegeheim kostet im Schnitt rund 3.200 Euro monatlich. Die Rente reicht dafür bis auf Ausnahme weniger Großverdiener und Betuchter nicht, und auch wenn man die Leistungen aus der Pflegeversicherung berücksichtigt, bleibt meist noch eine Differenz.

Das Sozialamt deckt zunächst die verbleibenden Kosten, zieht aber die Kinder zum Elternunterhalt heran. Es besteht nämlich eine Unterhaltspflicht für Verwandte in direkter Linie – Eltern für ihre Kinder, aber eben auch umgekehrt. Zwar gibt es hohe Freigrenzen, aber ein Single muss ab etwa 5.000 Euro Bruttoverdienst in der Regel schon zahlen. Leider ist auch bei solch hohen Heimkosten eine optimale Qualität der Pflege nicht garantiert. Die Senioren- und Pflegeheime werden von den Kassen regelmäßig geprüft. Auch wenn die Gesamtnoten durchweg gut sind, werden in wichtigen Teilkategorien wie Essen, Trinken und medizinische Versorgung Mängel in bis zu 60 % der Einrichtungen beanstandet.

Da verwundert es nicht, dass Kinder ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie für ihre Eltern einen Heimplatz suchen müssen. Das ist aber tragisch weil oft nicht zu umgehen: Auf Grund der Tatsache dass wir alle immer älter werden, häufen sich die Fälle wo selbst bereits 70jährige Kinder die Pflege ihrer 90jährigen Mutter physisch nicht mehr übernehmen können, und da sie selbst schon Rentner sind, auch das Geld nicht vorhanden ist. Eine Haushalts- und Pflegehilfe aus Osteuropa oder Asien ist bereits ab 1.700 Euro monatlich zu haben. Der Betrag schließt eine Rundum-Betreuung ein. Deswegen wohnt die Helferin üblicherweise im Haushalt des Pflegebedürftigen.

Dieser niedrige Betrag ergibt sich allerdings nur, wenn die Pflegekraft selbstständig tätig ist und damit kein Arbeitnehmerschutz gilt. Sie muss dann aber auch keinerlei Weisungen entgegennehmen. Ansonsten besteht der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit mit unangenehmen finanziellen Folgen für den Auftraggeber und sogar einer möglichen Strafverfolgung wegen Betrugs der Sozialversicherer. Sicherer und fairer gegenüber der Pflegerin ist eine abhängige Beschäftigung. Dann erhält sie den gesetzlichen Mindestlohn als Untergrenze und hat einen Mindestanspruch auf Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz. Die monatlichen Kosten erhöhen sich auf rund 2.000 Euro, wenn die Hilfskraft bei einem Pflegdienst in ihrer Heimat angestellt ist.

Die Entsendung nach Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union legal und unbürokratisch möglich. Lediglich die sogenannte A1-Bescheinigung muss vorliegen. Sie beweist die korrekte Anmeldung zur Sozialversicherung im Sitzland des Arbeitgebers. Ein gutes Buch zu diesem Thema und eine gute Webseite mit einem Füllhorn an Informationen finden Sie unter: http://www.24-stunden-pflege.net/thema/haeusliche-pflege-privat

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