Montag, 22.10.2018 05:25 Uhr

Testbericht Sauerstoffkonzentrator LOVEGO LG102

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 25.01.2018, 11:58 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 4351x gelesen
LG102
LG102  Bild: Lovego

Korschenbroich [ENA] Der Sauerstoffkonzentrator LG102 ist ein mobiles Gerät der Firma Lovego. Es hat einen Dauerfluss von 1,8 Litern und kann mit der Nasalkanüle auf 5 Liter maximale Leistung gesteigert werden. Wie zuverlässig arbeitet das Gerät und für wen eignet es sich?

Sauerstoffkonzentratoren sind eine kostengünstige Alternative zu teureren Flüssigsauerstoffgeräten. Die Konzentratoren saugen Luft aus der Umgebung ein, filtern und verdichten sie. Anschliessend wird der konzentrierte Sauerstoff über einen Schlauch zur Verfügung gestellt. Flüssigsauerstoffgeräte sind leichter und geräuscharmer, sind in der Unterhaltung aber kostenintensiver und aufwändiger. Für Menschen, die medizinischen Sauerstoff mit einer Durchflussrate bis zu fünf Litern und das Gerät nicht 24 Stunden am Tag benötigen, kann ein mobiler Sauerstoffkonzentrator vorteilhaft sein.

Sauerstoff gilt im medizinischen Sinne als Medikament und ist verschreibungspflichtig. Es kann vom Arzt als Hilfsmittel zur Langzeitsauerstofftherapie (LOT) verordnet werden. Jedoch übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht immer die Kosten dafür. Die Übernahme der Kosten wird gelegentlich mit der Begründung abgelehnt, die Verordnung sei nicht notwendig. Mit großem klinischen und bürokratischen Aufwand muss der Arzt im Zweifel nachweisen, dass der Patient eine Dauerverordnung benötigt. Nicht immer haben Arzt und Patient Zeit und Kraft, sich dieser Prozedur zu unterziehen.

Wer sich selbständig auf die Suche nach Alternativen begibt, stösst irgendwann zwangsläufig auf Sauerstoffkonzentratoren, die bei einer Verordnung aus Kostengründen auch gern von Krankenkassen vorgeschlagen werden. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Varianten. Einige kosten so viel wie ein Kleinwagen. Vor allem kleine, mobile Geräte, die leicht und vielseitig einsetzbar sind, werden begehrt. Aus diesem Grund teste ich den Sauerstoffkonzentrator LG102 der Firma Lovego. Er kostet mit zwei Batterien derzeit 1.094,25 Euro inklusive Versand aus Asien. Hinzu kommen Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und die Bearbeitungsgebühr des Transportunternehmens. Insgesamt betragen die Beschaffungskosten ca. 1.400 Euro.

Das chinesische Gerät besteht aus hochwertigen Komponenten. Der Luftkompressor stammt aus den USA und ist auf eine Dauer-Laufzeit von 25.000 Stunden ausgelegt. Das Molekularsieb wird von der Firma AKEMA in Frankreich gefertigt. Die Akkus für das Gerät stammen von Samsung. Die Nasalkanüle für den erhöhten Sauerstoffbedarf, das Gehäuse, der Luftfilter und Trolley werden beim chinesischen Militär gebaut.

Lovego LG102 soll je nach Literabgabe einen Sauerstoffgehalt von 88 - 95 % liefern. Die Atemluft enthält durchschnittlich 21 % Sauerstoff. Die Geräuschkulisse wird mit unter 40 Dezibel nominal angegeben. Die Laufzeit je Akku beträgt zwei Stunden. Die Anzeige des Gerätes ist digital. Es kann von 1 - 5 Liter Durchflussrate programmiert werden. Das Gerät ist für den 24-Stunden-Dauerbetrieb ausgelegt, aber auch eine Zeitprogrammierung ist möglich. Lovego LG102 verfügt über einen internen Messer zur Sauerstoffkonzentration. Fällt der abgegebene Sauerstoffgehalt unter die angegebenen Wert, erscheint ein Alarmton. Der Alarm meldet sich auch bei Verlust der Stromzufuhr und Überhitzung des Gerätes.

Ich habe mein Gerät direkt bei der Firma Lovego in China erworben und selbst importiert und verzollt. Im Bestellumfang waren folgende Teile: Sauerstoffkonzentrator LG102 inkl. Stromversorgung, Tasche und Trolley für den mobilien Einsatz, zwei Akkus inklusive Ladegerät, Gerät eines Drittanbieters für den Einsatz im Auto und die mobile Nutzung. Die Abwicklung war problemlos. Alles war sauber und stabil verpackt. Die Beschreibung des Gerätes ist in englischer Sprache. Das Kabel passt in die deutsche Steckdose. Die Akkus können nicht direkt benutzt werden. Dafür gibt es ein Zwischengerät, das mit den Akkus direkt oder dem Zigarettenanzünder des Autos verbunden werden kann.

Stromkabel am Gestänke

Das von Lovego erhaltene Zwischengerät stammt von einem Drittanbieter und ist für den US-amerikanischen Markt ausgelegt. Ein Adapter liegt bei. In der Praxis zeigt sich gerade dies als störend, da in der Tasche das Ladekabel geknickt werden muss. Weiterhin erhielt ich einen Trolley, der nicht zum Sauerstoffkonzentrator passt, da die Strombuchse direkt vorm Gestänge liegt. Dies führte bereits nach wenigen mobilen Einsätzen dazu, dass der Stecker durch den Dauerdruck kaputt ging und ich das Gerät nicht mehr nutzen konnte. Beim Laden der Akkus sprühte es Funken seitens des Ladesteckers, so dass ich mich nicht mehr traute, diesen zu benutzen. Mit dem Gerätestecker war das Laden möglich, so lange der Stecker noch funktionierte.

Das Gerät selbst zeigte bei vier und fünf Litern Durchfluss im gelben und roten Bereich an, dass die Sauerstoffkonzentration nicht hinrichend ist. Mit einem externen Sauerstoffmessgerät konnte ich einen Sauerstoffgehalt um 77 Prozent messen. Bei der Firma Lovego wurde mir sofort angeboten, das Gerät zum deutschen Kundendienst einzuschicken. Da die Ersatzteile aus Asien geschickt werden mussten und anfangs nicht klar war, ob ich ein neues Model erhalte, dauerte die Reparatur sieben Wochen. Als das Gerät zurück kam funktionierte es für kurze Zeit einwandfrei. Der Kundendienst war nett, freundlich und kompetent.

Als ich jedoch kurz nach der Reparatur mit einem externen Messgerät die Sauerstoffkonzentrationen messen wollte, ergaben sich folgende Werte: 1 L = 87 %, 2 L = 86,4 %, 3 L = 84,5, 4 L = 79 %, 5 L = 70 %. Das Gerät zeigte über die orangene und rote Leuchte ebenfalls eine unzureichende Sauerstoffkonzentration an. Dies teilte ich dem Hersteller mit. Weiterhin bemängelte ich die umständlichen Adapter, die zu Schäden an den Kabeln führen können. Die Lithium-Ionenbatterien mit 15.000 mAh (Miliamperestunden) hielten im Praxistest wie vom Hersteller des Gerätes angegeben für je zwei Stunden bei einer Dauerflussrate von zwei Litern. Unzufrieden war ich mit dem umständlichen Adapter für das Auto.

Nach Mitteilen aller meiner Bedenken an den Hersteller, erhielt ich umfangreiche und für mich zufriedenstellende Antworten. Ich wurde in Kenntnis gesetzt, dass alle Probleme derzeit behoben werden. Unter anderem bekam ich folgende Antworten: „Es gibt Probleme mit dem rotierenden Motor, den wir verwenden, um den Hochdruck innerhalb und außerhalb des Sauerstoffsystems einzustellen. Dieser Motor kann das Sauerstoffsystem nicht gut abdichten und einen molekularen Luftschaden im Sauerstoffsystem verursachen. Derzeit aktualisieren wir die Maschine. Wir benutzen ein Zeitventil, um den Zeitmotor zu ersetzen. Die Probleme werden in der Zukunft nicht mehr auftreten.“ Damit ist der Abfall der Sauerstoffkonzentration gemeint.

Die Adapter werden ebenfalls ersetzt und verfügen über eine höhere Spannungsübertragung. Sie sollen stabil funktionieren, so dass es keinen Funkenschlag mehr geben soll. Trolley und Tasche werden besser aufeinander abgestimmt, so dass es keine Kabeldefekte geben wird. Zusätzlich wird das überarbeitete Modell über ein vertikales Netzwerkkabel verfügen. Der Vertrieb des LG102 wird eingestellt, bis die Ventilüberprüfung abgeschlossen ist. Im März 2018 soll es soweit sein.

Ich erhielt noch einmal eine ausdrückliche Entschuldigung und bekam das Angebot, nach Abschluss der Tests eine neue Maschine zu erhalten. Besser kann meiner Meinung nach kaum auf technische und Probleme in der Handhabung des Gerätes reagiert werden. Der Kontakt zum Hersteller war einwandfrei. Auf Probleme wurde sofort und selbstkritisch reagiert. Ich freue mich auf den neuen Test und werde weiter berichten. (Leider war es aufgrund von Fehlermeldungen des Webservers nicht möglich, weitere Bilder einzufügen.)

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