Mittwoch, 21.11.2018 22:08 Uhr

Vorrang Mensch oder Errare Humanum Est

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 05.11.2018, 21:22 Uhr
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Wien [ENA] Wenn es heute, in Angesicht der weltweit immer größer werdenden Katastrophen Szenarien eine ehrliche Antwort gibt, dann ist das "Errare Humanum Est". Nur das Eingeständnis, dass wir alle Fehler proportional zu unseren Möglichkeiten machen, ermöglicht uns aus unseren Fehlern zu lernen. Diese Demut vor der Fragilität der menschlichen Existenz kann ein Ausgangspunkt sein loszulassen und vielleicht neu anzufangen.

Um neu anzufangen geht es in dem Buch "Vorrang Mensch", dass bei einer Pressekonferenz am 24. Oktober 2018 in Wien auf Initiative des GOD ( Gewerkschaft Öffentlicher Dienst) Vorsitzenden Dr. Norbert Schnedl anlässlich des 80. Geburtstag von Dipl.-Ing. Dr.h.c. Josef Riegler vorgestellt wurde. Das Buch ist ein Sammelband gelehrter Aufsätze über Themen wie Ökosozial, Ethik, Politische Praxis oder Klima. Das Zauberwort, dass in einigen Aufsätzen immer wieder hervorgehoben wird, ist sicherlich "Ökosoziale Marktwirtschaft". Das ist nicht verwunderlich, denn der Jubilar Dr. Riegler hat das "Ökosoziale Forum" 1992 gegründet. Ökosoziale Marktwirtschaft klingt gut, irgendwie nach "friedlich weidenden Kühen auf grüner Wiese".

Trotzdem ist es gerade diese utopisch anmutende Zukunfsvision, die zu hinterfragen ist. Denn Josef Riegler schreibt: "Alle großen Herausforderungen und Bedrohungen wie Klimawandel, Flüchtlingsströme, ungezügelte Gewalt, Ausbeutung von Mensch und Natur, Missachtung der Menschenrechte etc. SCHREIEN nach einer funktionsfähigen GLOBAL GOVERNANCE. Die Instrumente dafür gibt es. Was wir brauchen, ist der politische Wille der Staatengemeinschaft, GEMEINSAM eine zukunftsfähige Entwicklung zu gestalten." Der Begriff "Global Governance" mutet in diesem Zusammenhang einerseits totalitär, andererseits fast kindlich an. Denn wie sollen wirklich so elementare Ereignisse in Angesicht menschlicher Schwächen mit Politik zu bewältigen sein.

Wir müssen uns davor hüten, Lösungsansätze zu konstruieren, hinter denen sich nur der alte Menschheitstraum nach Welt Herrschaft versteckt, auch wenn wir angeblich gut, lieb und demokratisch sein wollen. Trotz guter Vorsätze kann das nicht gelingen, denn "Errare Humanum Est". Wir dürfen nicht vergessen, wir waren schon im Paradies, haben schon Jahrtausende nachhaltig gelebt und leben erst relativ kurz im Strudel der Beschleunigung durch technische Machbarkeit. Nichtsdestotrotz finden sich in dem Buch "Vorrang Mensch" viele wertvolle Anregungen zum Verständnis unserer Zeit und ein Vorwort vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen.

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