Dienstag, 19.02.2019 15:29 Uhr

Wie zuverlässig arbeitet DHL?

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 30.07.2018, 07:15 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 530x gelesen
DHL - nicht gebracht wie unerwünscht?
DHL - nicht gebracht wie unerwünscht?  Bild: Bianca Bell-Chambers

Korschenbroich [ENA] Kommentar: Bereits vor einem Jahr berichtete ich über die Häufung seltsamer Vorfälle bei DHL. Meine Recherchen ergaben, dass diese keine Einzelfälle zu sein scheinen. Immer mehr Menschen sind betroffen und bitten mich, weiter öffentlich darüber zu berichten.

Gerade stehe ich wieder fassungslos vor einem persönlichen Drama und nehme dies als Anlass, noch einmal über DHL zu berichten. In der Vergangenheit verschwanden versicherte Pakete spurlos im DHL Verteilerzentrum, um die Weihnachtszeit wurden im Nachbarort zahlreiche Pakete gestohlen und DHL-Boten berichten mir von unsäglichem Druck oder Langeweile durch vermeidbare Wartezeiten.

Auf Hinterfragen wird mir mitgeteilt, dass die Restrukturierungen und Umorganisationen zu viel Chaos führen sollen. Einige Mitarbeiter sagen mir, dass sie kaum noch zum Schlafen kommen und völlig überlastet sind, während andere sich nicht ausgelastet fühlen. Mitarbeiter sehen die Gründe im Mismanagement und der „Ahnungslosigkeit über ihren Tagesablauf bei denen da oben“. Mit „denen da oben“ ist die Führungsspitze gemeint.

Von der Ahnungslosigkeit durfte ich mich vor einem Jahr selbst überzeugen, als ein persönliches Einschreiben mit wichtigen Dokumenten aus dem gut 20 Kilometer entfernten Düsseldorf auf dem Weg zu mir spurlos verschwand. Auch der eingeschalteten Konzernleitung von DHL war es nicht möglich nachzuvollziehen, wo die Dokumente verschwunden sind. Der Weg verlor sich nach der Abgabe im DHL-Shop in Düsseldorf.

Heute sollte ich per schriftlicher Ankündigung von DHL zwischen 11:30 und 14:30 ein medizinisch lebensnotwendiges Gerät aus dem Ausland persönlich zugestellt bekommen. Ich war pünktlich zu Hause und fand eine DHL-Benachrichtigung im Briefkasten vor, demnach der Paketbote drei Pakete am vereinbarten Ablageort hinterlassen haben soll. Prinzipiell möchte ich kein Hinterlegen am Ablageort, sondern die Abgabe beim Paketshop.

Seit Jahren teile ich dies DHL immer und immer wieder telefonisch und schriftlich mit. Leider kann dies nach Aussage von DHL-Mitarbeitern nicht berücksichtigt werden, da mein Mann einmal für eine einzige Lieferung AUF SEINEN NAMEN um eine Hinterlegung bat. Das ist Jahre her und er möchte nicht, dass dies für alle Sendungen gilt. Trotzdem geschieht es immer wieder und ärgert uns.

Der Versand meines medizinisch lebensnotwendigen Gerätes wurde als Express bezahlt und vom Hersteller im Ausland auch so deklariert. Nach zahlreichen Telefonaten fand ich heraus, dass das Transportunternehmen im Ausland den Auftrag scheinbar als Standardversand an DHL Deutschland weiter gab. Meine persönliche Expresslieferung wurde so zu einer Standardlieferung, die hinterlegt wurde. Der zeitliche Rahmen, den DHL mir tags zuvor zur Auslieferung schriftlich mitteilte, wurde nicht eingehalten. Ich wurde weder informiert noch war es möglich, bei DHL jemanden zu erreichen, der Zugriff auf den Fahrer hat.

In der vereinbarten Zeit war ich zu Hause und mein Gerät wurde angeblich zuvor mit weiteren Sendungen hinterlegt. Zwischen der Hinterlegung und meinem Eintreffen lag circa eine viertel Stunde. Von den angeblich hinterlegten Sendungen war nur eine Sendung dort. Es befanden sich zwei weitere kleine Päckchen ohne Sendungsnummer im Briefkasten. Da ich dem Boten nichts unterstellen möchte, gehe ich erst einmal davon aus, dass er aus diesem Grund in seiner Eile vergaß, die beiden anderen Pakete abzugeben.

Folglich müssten sich diese noch im Zustellfahrzeug befinden. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Bote die Pakete versehentlich einem anderen Empfänger gab. Dies kam in der Vergangenheit immer einmal wieder vor. Dass der Bote die Pakete ABSICHTLICH unterschlug, ist derzeit nicht nachweisbar. Das möchte ich auch nicht glauben! Wie chaotisch es bei DHL zugeht, wurde mir wieder einmal klar, nachdem ich stundenlang versuchte, den Aufenthaltsort meiner Pakete ausfindig zu machen.

Wie ein Pingpong-Ball wurde ich bei DHL hin und her verbunden. Niemand schien Ahnung zu haben. Keiner fühlte sich verantwortlich. Die Mitarbeiter klangen genervt und frustriert und teilten mir mit, dass es nicht möglich sei, den Fahrer des Zustellfahrzeuges zu kontaktieren. Es wirkt auf mich so, dass bei DHL strukturelle Veränderungen zur totalen Amnesie führen. Plötzlich weiss keiner mehr, wie Lösungen herbei geführt werden, wie Kunden zufrieden gestellt werden oder wie in einem Konflikt zu verfahren ist. Die Mitarbeiter tun mir leid. Am Telefon klingen sie wie Roboter, die lustlos ihre auswendig gelernten Standardtexte herunter brabbeln.

Das war einmal anders. Wir vermissen unseren Zusteller, der jahrelang einen außerordentlich guten Job gemacht hat. Er war immer ansprechbar und engagiert. Wenn mal etwas schief lief, klärte er dies umgehend. Veränderungen sind wichtig und gut. Sie funktionieren aber nur, wenn alle beteiligten Mitarbeiter ins Boot genommen werden. Über den Köpfen und auf den Rücken der Mitarbeiter führen erzwungene Änderungen zu Frust und Leidenschaftslosigkeit. Am Ende ist der Konzern der Verlierer, denn Kunden- UND Mitarbeiterzufriedenheit sind unbezahlbar. Wie sich Unzufriedenheit auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirkt, ist bekannt. Und Kunden, die auf lebenserhaltende Geräte angewiesen sind, sollten ein zuverlässigeres Versandunternehmen wählen.

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