Montag, 21.05.2018 03:34 Uhr

Ändern von personenbezogenen Kundendaten

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 30.04.2018, 13:49 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 4472x gelesen

Korschenbroich [ENA] Kommentar: Im Zuge der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt, beschäftigt mich erneut die Frage, wie man mit einem Unternehmem umgeht, das sich weigert, personenbezogene Stammdaten ordnungsgemäss zu ändern. In meinem Beispiel geht es um den Namen des Kunden, der aufgrund technischer Probleme des Vertragspartners abgewandelt werden musste.

Vor einigen Jahren musste ich, um ein Geschäft abwickeln zu können, vorübergehend den Namen meines Mannes nutzen. Dieser willigte ein. Hintergrund ist, dass das Unternehmen mit dem ich einen Vertrag abschliessen wollte, bereits über meine Stammdaten verfügte, diese aber fehlerhaft in dessen System übernommen wurden. Der Versuch, meine Daten zu ändern scheiterte ebenso, wie der Versuch mich neu anzulegen, da ich bereits im System existierte. Der Bitte um Löschung der alten Daten kam der Vertragspartner rechtswidrig nicht nach.

Dies sei aus technischen Gründen nicht möglich. Da ich weiterhin Kundin bliebe, wurde die Löschung ebenso wie die Namensänderung verweigert. Dass aber systemseitig aufgrund der technischen Panne des Anbieters mein Ehemann als Vertragspartner kurzfristig eingetragen werden musste, löste bei diesem keinerlei Bedenken aus. Trotz mehrfachen Hinweises auf das geltende Datenschutzrecht, bequemte sich der Vertragspartner, den alten Stand aufrecht zu halten, weil sein System eine Lösung angeblich nicht vorsah und wir den gleichen Haushalt bewohnen.

Das Recht auf Löschung der eigenen, personenbezogenen Daten meines Mannes wurde ebenso ignoriert wie der Widerruf zur Einwilligung der Speicherung. Bezüglich der Rechtsgrundlagen für die Aufrechterhaltung der Speicherung personenbezogener Daten, glänzte der Anbieter mit Unwissenheit. Den Grund dafür sehe ich darin, dass der Kundenservice nicht geschult darin zu sein scheint, spezielle Fragen an die Fachabteilungen weiter zugeben. So wird eine kleine, mit wenig Aufwand zu beseitigende Nebensächlichkeit zu einem jahrelang andauerndem Problem.

Es muss nicht jeder Mitarbeiter eines Unternehmens in allen Details des Datenschutzes geschult sein. Es sollte aber klar sein, an wen man sich im Zweifel innerhalb des Unternehmens wenden kann. Dies zeigt nur einmal mehr, wie wenig Wert manche Unternehmen auf den Schutz der persönlichen Daten ihrer Kunden legen. Die neue Datenschutz-Grundverordnung gibt es hier: https://dsgvo-gesetz.de.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.